TAMBUM
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TAMBUM

Vier Kinder, keine gemeinsame Sprache — ein gemeinsamer Beat.

Fünf runde Displays, die man dreht, antippt und festhält. Kein Text, keine Menüs, keine Erklärung. Nach einer Minute steht der erste Loop.

Noch nicht käuflich — aber buchbar, ab 500 € pro Tag zzgl. USt.

01Der Raum

Dienstagnachmittag,
Rütli-Campus.

In Berlin-Neukölln sitzen an einem Tisch Kinder, die zu Hause Türkisch sprechen, Arabisch, Ukrainisch. Manche sind acht, manche zwanzig. Manche sind hier geboren, manche seit ein paar Monaten hier.

Diese Konstellation ist nicht für eine Studie zusammengestellt worden. Sie ist der Alltag einer außerschulischen Einrichtung, in der seit zwei Jahren zweimal pro Woche gearbeitet wird.

Was macht man mit einer Gruppe, in der niemand sicher sein kann, dass der Nachbar versteht, was er gerade sagt?

3 Sprachgruppen an einem Nachmittag — türkisch, arabisch, ukrainisch geprägt
8–20 Jahre alt. Kein Jahrgang, eine Gruppe
2 Jahre Feldarbeit, bevor die erste Zeile Code entstand
02Das Problem

Musik verbindet.
Instrumente trennen.

Dass gemeinsames Musizieren Kinder zusammenbringt, ist gut belegt. Eine deutsche Längsschnittstudie mit 159 Grundschulkindern hat es gezeigt — türkisch, russisch, ukrainisch, polnisch, gemeinsam im Ensemble.

Nur: Ensemble-Spiel setzt etwas voraus. Man muss ein Instrument beherrschen oder es lernen. Lernen heißt Anleitung. Anleitung heißt Sprache.

Und die Werkzeuge, die ohne Vorbildung auskommen sollen — Apps, Software, Controller — bestehen fast immer aus Menüs, Symbolen und englischen Wörtern. Wer nicht lesen kann oder die Sprache nicht kennt, ist wieder draußen.

Genau in dieser Lücke steht dieses Projekt: Es gibt Forschung zu Musik mit geflüchteten Kindern. Es gibt Forschung zu anfassbaren Interfaces beim Lernen. Wo sich beides kreuzt, ist bisher kaum jemand gewesen.

Ein Instrument, das keine Erklärung braucht, ist hier kein Komfort. Es ist die Voraussetzung fürs Mitmachen.

03Fass es an

Kein Text.
Kein Menü.
Dreh am Ring.

Fünf runde Knöpfe auf einem runden Tisch. Vier davon sind Stimmen, der in der Mitte führt.

Was du hier siehst, ist keine Abbildung — es ist das Instrument, im Browser nachgebaut. Die Schlagzeug-Klänge sind dieselben Dateien, die auch am echten Tisch spielen. Probier es aus: einen äußeren Knopf antippen, am Ring drehen, dann den mittleren gedrückt halten.

Ton startet beim ersten Klick — Browser erlauben Klang erst nach einer Geste.

Groove-Raster

Vier Schlagwerk-Spuren, vier Instrumente — getrennt, wie im echten Set. Der Modus beim Aufnehmen bestimmt, in welche Zeile es geht.

Was hier echt ist

04Warum rund

Die Form ist
die halbe Pädagogik.

Ein runder Tisch hat kein Kopfende. Es gibt keinen Platz, der besser ist als ein anderer.

Alle gleich weit zur Mitte

Jedes Kind erreicht den führenden Knopf. Wer das Tempo bestimmt, ist keine Frage des Sitzplatzes — und kein Privileg der Lehrkraft.

Jeder sieht jeden

Wer gerade dran ist, erkennt man am Gesicht des Nachbarn, nicht an einer Ansage. Und man sieht die Bilder auf den anderen Scheiben mitlaufen.

Rund hat keine Leserichtung

Kein Anfang links, kein Ende rechts. Auf einem runden Display gibt es nichts, was man erst richtig herum halten müsste.

Die Displays sind Kreise. Text wird darauf tatsächlich abgeschnitten — deshalb rechnet die Firmware für jede Zeile die Kreissehne aus.

Eine Zeile Code, die zeigt, worum es geht
05Was die Kinder geändert haben

Der härteste Test
sind Achtjährige.

Kein Konzept hat dieses Gerät so verändert wie die Nachmittage, an denen Kinder es tatsächlich in der Hand hatten. Drei Beispiele.

Sie verirrten sich — also flogen die Menüs raus

Kleine Kinder drückten beim Spielen versehentlich auf die Scheibe und landeten in einem Untermenü. Allein fanden sie da nicht mehr heraus. Die Reaktion war nicht, es besser zu erklären.

Alle Untermenüs wurden entfernt. Wer heute einen Knopf drückt, kann sich nicht mehr verlaufen — es gibt nichts, worin man sich verlieren könnte.

„Kaputt?" — nein, nur still

In manchen Zuständen geben die äußeren Knöpfe absichtlich keinen Ton. Das ließ selbst den Erbauer zweimal glauben, das System sei defekt.

Seitdem steht in genau diesen Momenten „kein Ton" auf dem Glas. Zwei Wörter, die eine halbe Stunde Fehlersuche ersparen.

Der Wechsel der Musikrichtung dauerte 25 Sekunden. Für ein Kind auf einer Bühne ist das der Unterschied zwischen Instrument und Computerprogramm.

Heute sind es Millisekunden.

06Was dabei gelernt wird

Nicht Noten.
Zusammenspiel.

Niemand lernt hier Notenlesen. Was Kinder mitnehmen, sind die Begriffe, aus denen moderne Musik gebaut ist — und zwar über die Hand, nicht über die Erklärung.

Eine Schleife aufnehmen heißt: verstehen, dass Musik in Runden läuft. Etwas darüberlegen heißt: verstehen, was eine Schicht ist. Den Ring drehen heißt: hören, dass derselbe Rhythmus mit anderem Klang etwas anderes wird.

Und noch etwas, das seltener vorkommt: Instrumente kann man selbst bauen. Die Teile sind bestellbar, die Firmware ist lesbarer Code, das Gehäuse ist gefräste Birke.

Spielen

Antippen, hören, wiederholen. Ab der ersten Minute.

Verstehen

Warum klingt das zusammen? Was passiert, wenn ich das ändere?

Verändern

Eigene Klänge, eigener Groove, eigene Reihenfolge.

Bauen

Für die Älteren: löten, flashen, den Code lesen.

07Die Frage dahinter

Was ist das beste
Interface für Kinder
ohne gemeinsame Sprache?

Darum geht es hier im Kern. Nicht um ein Gerät, das man kaufen kann — sondern um eine Frage, auf die es noch keine gute Antwort gibt.

Jede Entscheidung an diesem Instrument ist ein Versuch, sie zu beantworten. Warum rund und nicht eckig? Warum ein Ring statt Knöpfen? Warum kein einziges Wort auf dem Bildschirm? Das sind keine Geschmacksfragen. Jede davon lässt sich am Nachmittag überprüfen — an Kindern, die es zum ersten Mal in der Hand haben.

Was dabei herauskommt, sollen keine Verkaufszahlen sein, sondern Erkenntnisse, die andere nachbauen können: welche Form verstanden wird, welche Rückmeldung trägt, welche Geste jeder sofort begreift.

Deshalb wird die Hardware offen dokumentiert und der Code lesbar gehalten. Wer in Hamburg oder Wien vor derselben Gruppe steht, soll nicht bei null anfangen — und soll widersprechen können, wenn etwas nicht stimmt.

Ein Instrument, das erklärt werden muss, hat die Frage schon falsch beantwortet.

Was geprüft wird

Form, Rückmeldung, Zuordnung. Versteht ein Kind ohne Anleitung, was passiert, wenn es dreht?

Woran es sich messen lässt

Nicht daran, ob es beeindruckt — sondern ob vier Kinder, die sich nicht unterhalten können, gemeinsam etwas zustande bringen.

Was offen bleibt

Vieles. Ob die Form trägt, wenn die Gruppe größer wird. Ob es ohne Erwachsenen im Raum funktioniert. Ob es nach dem dritten Mal noch interessant ist.

07 —
Vorführung

Noch nicht zu kaufen.
Aber zu erleben.

TAMBUM ist ein Versuchsaufbau — es gibt nichts zu bestellen. Was es gibt: fünf funktionsfähige Puks, die ich mitbringe. Eine Vorführung heißt nicht zusehen, sondern spielen: nach zehn Minuten haben die ersten Kinder ihren eigenen Loop gebaut. Ab 500 € pro Tag zzgl. 19 % USt, mit Aufbau, Betreuung und Abbau.

Konditionen
ab 500 €/ Tag · zzgl. 19 % USt
  • Fünf Puks, Lautsprecher und die ganze Technik
  • Aufbau, Betreuung während der ganzen Zeit, Abbau
  • Anfahrt innerhalb Berlins enthalten
  • Halbtag, mehrere Tage und Fachvorträge auf Anfrage
  • Keine versteckten Posten — die Anfahrt steht rechts als Formel

Für Schulen und Jugendeinrichtungen mit knappem Budget: frag trotzdem — für Feldstandorte, an denen ich forschen darf, gibt es andere Konditionen.

Ablauf
  1. Anfrage über das Formular unten — Einrichtung, Ort, Wunschtermin.
  2. Rückmeldung in der Regel innerhalb von zwei Werktagen, mit Angebot.
  3. Absprache zu Gruppengröße, Alter, Raum und Strom. Ein Tisch und eine Steckdose genügen.
  4. Termin — ich baue eine Stunde vorher auf und bleibe die ganze Zeit dabei.

Wo wir mitbeobachten, kommt eine kurze Einwilligung für Foto- und Videoaufnahmen dazu — freiwillig, und die Vorführung geht auch ohne.

Was die Anfahrt kostet

Ich rechne die Anfahrt nach einer festen Formel ab, nicht nach Gefühl. Gerechnet wird immer ab Berlin-Köpenick, 12555 — vom selben Punkt aus, damit jede Anfrage dieselbe Grundlage hat. Tipp unten einfach deine Stadt ein.

Die Formel
Berlin, innerhalb der Stadtgrenzeenthalten
bis 50 km ab Köpenick30 € pauschal
über 50 km0,30 € je km
gezählt werdenHin- und Rückweg
ab 250 km oder Beginn vor 9 Uhr+ 90 € Übernachtung
mehrere Tage am StückAnfahrt nur 1×

Reisezeit

Fahren ist Arbeitszeit — im Kilometersatz steckt nur das Auto. Deshalb ein zweiter, gestaffelter Posten:

bis 50 kmnichts extra
50 – 150 km75 €
150 – 300 km150 €
über 300 km225 €

Wenn die Bahn günstiger ist als das Auto, fahre ich Bahn und rechne das Ticket 2. Klasse nach Beleg ab — dann wird es für euch billiger, nicht teurer. Alles zzgl. 19 % USt. Bei mehreren Tagen fällt beides nur einmal an, deshalb sind weite Fahrten als Projektwoche deutlich günstiger als als Einzeltag.

Selbst ausrechnen
Gerechnet wird immer ab Berlin-Köpenick, 12555 — damit jede Anfrage dieselbe Grundlage hat.
0 €Anfahrt netto

Beispiele: Potsdam ≈ 45 km → 30 € · Leipzig ≈ 175 km → 255 € · Hamburg ≈ 305 km → 498 €. Straßenkilometer der einfachen Strecke, gerundet — im Angebot steht die Zahl verbindlich.

09 —
Anfrage

Vorführung anfragen.

Kein Vertrag, keine Verbindlichkeit — erst mal nur die Frage, ob ein Termin passt.

Öffnet die Anfrage in deinem Mail-Programm — du siehst alles, bevor etwas rausgeht.
09Technik

Für alle,
die es genau wissen wollen.

Der Rest dieser Seite kommt ohne diese Zahlen aus. Wer aber wissen will, was unter dem Glas passiert — hier steht es, gemessen und nicht geschätzt.

Was auf dem Tisch steht

Fünf gekaufte Dreh-Displays mit rundem Bildschirm, per USB an einem Rechner. Kein eigenes Gehäuse, kein eigenes Platinen-Design, kein Akku — das sind Pläne, keine gebaute Wirklichkeit. Was gebaut ist, ist die Software darauf.

Knöpfe
5 × M5Stack Dial · ESP32-S3
Anzeige
240 × 240 px, rund
Verbindung
USB hat Vorrang, WLAN ist eingebaut
Klangerzeugung
Ableton Live auf einem MacBook
Wie schnell es reagiert

Die Töne gehen direkt vom Knopf an die Klangerzeugung. Das Vermittlungsprogramm hört nur mit, um Aufnahmen mitzuschreiben — es sitzt nicht im Tonweg. Daher der niedrige Wert.

Finger → Note
1,5 ms
Bildrate
36–43 Bilder/s
Musikrichtung wechseln
Millisekunden (früher 25 s)
Aussetzer im Ton
keine
Klangvorrat

Acht Musikrichtungen, jede mit eigenem Tempo, eigenen Klängen und eigenen Effekten. Vier Schlagwerk-Spuren und vier Instrumente, jede Spur mit 64 Plätzen.

Richtungen
HipHop 90 · House 124 · Techno 132 · Ambient 70
Trap 140 · Funk 110 · Reggae 75 · DnB 174
Spuren
4 Schlagwerk + 4 Instrumente
Klänge je Spur
64
Klang-Bestand
429.086 Aufnahmen, durchsuchbar indiziert
Die Bewegungsbilder

Jeder Klang hat sein eigenes Bild. Keines davon ist ein Video — alle sind gerechnet, Bild für Bild. Dieselben Bilder laufen oben auf dieser Seite.

Bilder
64 in der Firmware
Speicher
~600 KB Code statt mehrerer Megabyte Video
Bei Ruhe
steht das Bild still — Strom sparen
Bei Berührung
versetzen · ausweichen · verdichten
Was es (noch) nicht gibt

Ehrlichkeitshalber, weil auf solchen Seiten sonst gern Pläne wie Wirklichkeit klingen:

Gehäuse
entworfen, nicht gebaut
Akku
Ladekreis ab Werk vorhanden, nicht bestückt
Loop-Spiel
Ablauf steht, Spiel-Logik folgt
Eigene Platine
Plan für später
11 — Newsletter

Der TAMBUM-Newsletter.

Etwa einmal im Monat, und nur wenn es wirklich etwas gibt: neue Vorführungstermine, Fortschritt am Instrument, Ergebnisse aus dem Klassenraum — und die Nachricht, wenn TAMBUM tatsächlich zu kaufen ist.

Kein Weiterverkauf der Adresse, keine Werbung Dritter, Abmeldung mit einem Klick in jeder Mail.

Noch ohne Newsletter-Dienst: die Anmeldung wird als fertige E-Mail geöffnet, nichts geht ungefragt raus. Vor dem öffentlichen Start kommt ein echter Anbieter mit Double-Opt-in und Abmelde-Link dazu.