TAMBUM
Vier Kinder, keine gemeinsame Sprache — ein gemeinsamer Beat.
Ein elektronisches Ensemble-Instrument: vier Stimmen — Bass, Akkorde, Flächen, Melodie — und in der Mitte der Master, der Tempo und Musikrichtung für alle führt. Drehen, tippen, halten: Nach einer Minute steht der erste gemeinsame Loop.
Noch nicht käuflich — aber buchbar: Vorführungen und Workshops.
Kein Entwurf.
Es steht und es klingt.
TAMBUM ist eine runde Platte auf kindgerechter Höhe, in deren Sockel Licht sitzt. Darauf liegen fünf Scheiben mit orangefarbener Fassung — vier Stimmen und der Master. Wer drumherum steht, greift von jeder Seite gleich weit in die Mitte, und Achtjährige kommen genauso heran wie Zwanzigjährige.
Für wen es gemacht ist: für Kinder und Jugendliche zwischen acht und zwanzig, die zusammen Musik machen sollen, ohne dass vorher jemand Noten lesen, ein Menü verstehen oder auch nur dieselbe Sprache sprechen muss. Genau diese Gruppe fällt bei üblichen Instrumenten heraus — dort steht die Belohnung am Ende von Wochen Übung, hier steht sie am Anfang.
Und die Kleinen? Gedacht ist TAMBUM ab acht. Dass auch Vierjährige davorstehen und mitspielen, war in den Workshops immer wieder zu sehen — drücken und hören braucht keine Vorkenntnis, und die Platte ist niedrig genug, dass sie von selbst hinkommen.
Was der Nachbau weiter unten auf dem Bildschirm zeigt, steht hier auf den Displays des echten Geräts: dieselben Modi, dieselben Ringe, dieselben Notennamen.





Dienstagnachmittag,
Rütli-Campus.
In Berlin-Neukölln sitzen an einem Tisch Kinder und Jugendliche, die zu Hause Türkisch sprechen, Arabisch, Ukrainisch, Deutsch. Manche sind acht, manche zwanzig. Manche sind hier geboren, manche seit ein paar Monaten hier.
Diese Konstellation ist nicht für eine Studie zusammengestellt worden. Sie ist der Alltag einer außerschulischen Einrichtung, in der regelmäßig mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet wird.
Was macht man mit einer Gruppe, in der niemand sicher sein kann, dass der Nachbar versteht, was er gerade sagt?
Beim Projekt „Rhythm Hacker", gefördert vom Bezirksjugendring Neukölln, bauen Kinder und Jugendliche hier ihre eigenen Soundmaschinen: Sie entwerfen, löten und verkabeln — und spielen am Ende Beats auf dem Gerät, das dabei entstanden ist. Zwei Workshopphasen haben aus dieser Idee ein Instrument gemacht.
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2024Erste Workshopphase
Aus Pappe wird ein Instrument
Die Teilnehmenden bauen nichts nach, sie entwerfen: erst die eigene Bedienoberfläche auf Papier, dann aus Pappe und Bastelmaterial. Am Ende steht „MANEGE BEAT" — Arcade-Knöpfe auf Karton, jeder mit einer Aufgabe, die sich die Teilnehmenden selbst ausgedacht haben.
Über 20 Kinder und Jugendliche waren dabei. Zwei Beobachtungen aus diesen Nachmittagen bestimmen alles Weitere: Kinder unter acht drücken überall — jeder Druck muss zu Klang führen. Und sobald ein Gerät Schrift verlangt, fällt die Hälfte der Gruppe heraus.

Beatmaschine — Teil 1 
„MANEGE BEAT" -
2025Zweite Workshopphase
Beatmaschine 2.0 — der erste echte Prototyp
Aus dem Pappmodell wird ein funktionierendes Gerät, gebaut auf Basis des Pocket Operator von Teenage Engineering, mit selbst gebauten RGB-Knöpfen. Jetzt wird gelötet und verkabelt — gelöst ist alles rein elektrisch, ohne eine Zeile Code.
Und der Tisch wird rund: in vier farbige Viertel geteilt, jedes mit eigenen Knöpfen. Niemand muss erklärt bekommen, wo sein Platz ist — die Farbe sagt es. Ein runder Tisch hat kein Kopfende.

Beatmaschine 2.0 
Vier Farben, vier Plätze -
HeuteDas Instrument
Auf dieser Basis entsteht TAMBUM
Fünf runde Scheiben auf einem runden Tisch: vier Stimmen und in der Mitte der Master, der Tempo, Tonart und Musikrichtung für alle zusammenhält. Auf dem Display stehen einzelne Begriffe, kein Satz, den ein Kind lesen müsste — und jeder Druck klingt.
TAMBUM ist ein neuer Bau, kein weiterentwickelter Prototyp. Aus den Werkstätten stammt die Erkenntnis, nicht die Elektronik. Und der Unterschied ist nicht nur technisch: eine Maschine zu bauen verlangt Werkzeug, Geduld und Vorsicht — auf ihr zu spielen verlangt nichts davon. Das sind zwei verschiedene Prozesse, und deshalb erreicht TAMBUM Gruppen, für die die Werkstatt nie gedacht war.

TAMBUM, gebaut Der ganze Tisch 
Mehrere Kinder, ein Tisch Kinder gehen an den Tisch und probieren, ohne dass ihnen jemand erklärt, wie er funktioniert. Gefilmt, wie es war, mit allem Suchen, Warten und Ausprobieren, das dazugehört.

Allein, mit beiden Händen 
Töne ablegen 
Wenn es dunkel wird 
Hände von allen Seiten 
Gleichzeitig greifen 
Rund um den Tisch
Von den Prototypen bis zum fertigen Instrument
Bild antippen für die ganze GeschichteDie Achse geht weiter — seitlich schieben.
Musik verbindet.
Instrumente trennen.
Dass gemeinsames Musizieren Kinder und Jugendliche zusammenbringt, ist gut belegt. Eine deutsche Längsschnittstudie mit 159 Grundschulkindern hat es gezeigt — türkisch, russisch, ukrainisch, polnisch, gemeinsam im Ensemble. Frankenberg et al. 2016 ↗
Nur: Ensemble-Spiel setzt etwas voraus. Man muss ein Instrument beherrschen oder es lernen. Lernen heißt Anleitung. Anleitung heißt Sprache.
Und die Werkzeuge, die ohne Vorbildung auskommen sollen — Apps, Software, Controller — bestehen fast immer aus Menüs, Symbolen und englischen Wörtern. Wer nicht lesen kann oder die Sprache nicht kennt, ist wieder draußen.
Genau in dieser Lücke steht dieses Projekt: Es gibt Forschung zu Musik mit geflüchteten Kindern. Es gibt Forschung zu anfassbaren Interfaces beim Lernen. Wo sich beides kreuzt, ist bisher kaum jemand gewesen.
Warum nicht einfach ein Klavier? Auch das kommt ohne Beschriftung aus. Aber es verlangt Vorleistung: 88 Tasten, von denen gerade sieben zur Tonart passen. Zwei Hände, die Verschiedenes tun. Noten — also wieder Lesen. Der erste Monat klingt nach Üben, nicht nach Musik. Die Gitarre verlangt davor noch Griffe, die kleinen Händen wehtun. Die Belohnung liegt hinter Wochen von Übung — und viele geben vorher auf.
TAMBUM verlegt die Belohnung an den Anfang. Der erste Anschlag ist ein fertiger, guter Klang — im Tempo, in der Tonart, im gemeinsamen Beat, weil der Master alle zusammenhält. Tippen und Drehen kann jede Hand sofort, ohne Kraft, ohne Griffe. Und das Zusammenspiel steht nicht wie beim Instrument am Ende eines langen Wegs, sondern am Anfang: Vier Kinder ohne jede Vorerfahrung spielen nach einer Minute zusammen — im selben Tempo, in derselben Tonart. Wer danach Klavier oder Gitarre lernen will, weiß bereits, wofür.
Ein Instrument, das keine Erklärung braucht, ist hier kein Komfort. Es ist die Voraussetzung fürs Mitmachen.
Der Kreis macht
aus vieren ein Ensemble.
Ein runder Tisch hat kein Kopfende. Es gibt keinen Platz, der besser ist als ein anderer — und genau das verändert, wie Kinder und Jugendliche miteinander spielen.
Niemand steht vorn
Am eckigen Tisch entsteht sofort eine Rangordnung: Wer am Kopfende sitzt, führt. Im Kreis ist jede Hand gleich weit vom mittleren Knopf entfernt. Wer das Tempo bestimmt, wird abgesprochen — es ist keine Frage des Sitzplatzes und kein Privileg der erwachsenen Person.
Jeder sieht jeden
Wer gleich einsetzt, erkennt man am Gesicht gegenüber, nicht an einer Ansage. Kinder und Jugendliche ohne gemeinsame Sprache verständigen sich über Blicke und Nicken — der Kreis ersetzt die Worte, die es nicht gibt.
Zuhören wird sichtbar
Auf den Scheiben der anderen laufen die Bilder ihrer Klänge mit. Man hört nicht nur, dass jemand spielt — man sieht es. Das lenkt die Aufmerksamkeit von der eigenen Hand auf die Gruppe, und genau dort beginnt Zusammenspiel.
Warum auch die Knöpfe rund sind
Eine eckige Fläche hat eine Leserichtung: oben, unten, links, rechts. Sie muss richtig herum vor einem liegen — wer schräg davorsteht, sieht sie verkehrt. Eine runde Scheibe hat keine falsche Seite. Sie funktioniert aus jeder Richtung gleich und kann deshalb mitten auf einem Tisch liegen, um den vier Kinder stehen.
Der Ring ringsherum führt den Gedanken zu Ende: Drehen hat keinen Anfang und kein Ende. Man kann nicht danebengreifen und nirgends anstoßen — wer weiterdreht, kommt wieder an. Für alle, die nicht lesen können, ist das der Unterschied zwischen Ausprobieren und Steckenbleiben.
Was das mit dem Verhalten macht
Der Kreis gibt jedem denselben Abstand zur Mitte und damit dieselbe Erlaubnis. Wo niemand vorn steht, wartet auch niemand darauf, drangenommen zu werden. Genau das ist in den Werkstätten zu beobachten: keine Schlange, keine Zuteilung, sondern vier Hände, die gleichzeitig anfangen.
Weil alle Klänge in dieselbe Tonart und in denselben Takt fallen, klingt das Ergebnis nach einer Minute nach einem Stück. Der Kreis stellt die Gruppe gleich, das Instrument macht ihr Zusammenspiel hörbar — darum geht es: nicht „ich kann etwas", sondern „wir klingen zusammen".
Keine Sätze.
Sechs Modi.
Dreh am Ring.
Fünf runde Knöpfe auf einem runden Tisch. Vier davon sind Stimmen, der in der Mitte führt.
Menüs gibt es sehr wohl — nur keine Sätze. Auf den Displays stehen einzelne Begriffe: DRUMS, TEMPO, der Name des Klangs, die Tonart. Lesen muss man sie nicht, denn jeder Modus hat zusätzlich sein eigenes Bild. Sechs Modi ordnen alles, was das Instrument kann, und sie bauen aufeinander auf: erst spielen und aufnehmen, dann Effekte, Tempo, Mischung, Musikrichtung. Man arbeitet immer am zuletzt Gespielten weiter.
Was du hier siehst, ist keine Abbildung — es ist das Instrument, im Browser nachgebaut. Die Schlagzeug-Klänge sind dieselben Dateien, die auch am echten Tisch spielen. Probier es aus: einen äußeren Knopf antippen, seinen Klang weiterschalten, dann den mittleren gedrückt halten.
Echt sind die Klänge: dieselben Aufnahmen, die auch am großen Tisch aus den Lautsprechern kommen. Nachgebaut ist die Bedienung — ein flacher Bildschirm statt Drehgeber. Und die Instrumenten-Stimmen erzeugt hier ein kleiner Browser-Synthesizer, am echten Tisch übernimmt das Ableton Live.
Groove-Raster
Vier Schlagwerk-Spuren, vier Instrumente — getrennt, wie im echten Set. Der Modus beim Aufnehmen bestimmt, in welche Zeile es geht.
Aufgenommen am Tisch
Elf Aufnahmen des fertigen Instruments, so gespielt und mitgeschnitten, wie sie am Tisch entstanden sind. Dieselben fünf Scheiben, jedes Mal ein anderes Stück.
Der härteste Test
sind Kinder unter acht.
Das Konzept ist nicht am Schreibtisch entstanden, sondern an Nachmittagen mit Kindern — aus dem, was sie sofort begreifen, und dem, was sie verwirrt. Zwei Prinzipien tragen es.
Eine Ebene, nichts zu verfehlen
Kinder unter acht drücken überall — also führt jeder Druck zu Klang und nie in ein Menü. Was es nicht gibt, kann niemanden aufhalten: keine Ebenen, keine Einstellungen, kein Falsch.
Übrig bleibt das Spielen. Drehen wählt den Klang, Tippen spielt ihn — mehr muss niemand wissen.
Beobachten statt vermuten
Wie TAMBUM funktioniert, entscheiden am Ende die Kinder und Jugendlichen: Wo sie zögern, wird vereinfacht — was sie sofort begreifen, bleibt. So hat die Erfahrung das heutige Konzept herausgearbeitet, und so wird es weiter verbessert.
Als Nächstes: Musik-Spiele. Kleine Spielformen auf denselben fünf Knöpfen, die aus dem gemeinsamen Loop ein gemeinsames Ziel machen.
Acht Musikrichtungen stecken im Master — jede bringt ihr eigenes Tempo, ihre eigenen Klänge und ihre eigenen Effekte mit:
Breiter, gemächlicher Beat — viel Platz zwischen den Schlägen.
Gleichmäßiger Puls auf jeder Zählzeit, der alle mitnimmt.
Gerade und maschinell — Musik aus dieser Stadt.
Weite Flächen, kaum Schlagzeug — zum Hinhören und Runterkommen.
Schnelle HiHats über halbem Tempo — klingt langsam und flirrt doch.
Federt und stolpert mit Absicht — der Beat tanzt von allein.
Der Schlag liegt hinten, die Betonung zwischen den Zeiten.
Die schnellste Runde — rollende Trommeln unter ruhigem Bass.
Jedes Genre bringt sein eigenes Tempo und seine eigenen Klänge mit — beim Wechsel passt sich alles sofort an. So lernen Kinder, Musikrichtungen zu unterscheiden, und produzieren sie am Ende selbst.
Zusammenspiel.
Und nebenbei: Noten.
Was Kinder hier zuerst lernen, ist Zusammenspiel — über die Hand, nicht über die Erklärung. Eine Schleife aufnehmen heißt: verstehen, dass Musik in Runden läuft. Etwas darüberlegen heißt: verstehen, was eine Schicht ist.
Gleichzeitig zeigt jeder Puk, was gerade klingt: als Tasten auf einer Klaviatur und mit Notennamen im richtigen Register — C2 zum Beispiel. Der Keys-Puk zeigt ganze Dreiklänge direkt auf dem Display. So verbindet sich, was man hört, mit dem, was es auf einem Klavier wäre — und mit den Namen der einzelnen Noten.
Und noch etwas, das seltener vorkommt: Instrumente kann man selbst programmieren. Die Knöpfe bauen auf dem quelloffenen M5Stack Dial auf — in einem Coding-Workshop lernen Jugendliche, solche Geräte selbst zu programmieren, auf Wunsch mit KI-Werkzeugen als Hilfe.
Spielen
Antippen, hören, wiederholen. Ab der ersten Minute.
Verstehen
Warum klingt das zusammen? Was passiert, wenn ich das ändere?
Verändern
Eigene Klänge, eigener Groove, eigene Reihenfolge.
Bauen
Für die Älteren: löten, flashen, den Code lesen.
So entsteht eine Melodie
Aufnehmen geht Ton für Ton: einen Ton legen, den Ring einen Schritt weiterdrehen, den nächsten darüber. Nach ein paar Runden steht eine Melodie — oder am Keys-Puk eine Akkordfolge. Nichts davon kann schief klingen, denn spielbar sind nur die Töne der eingestellten Tonleiter.
Die Tonleiter stellt der Master: Sein Ring dreht durch Grundton und Tonleiter, und alle vier Stimmen folgen sofort. Was gegriffen wird, steht dabei immer auf dem Display — als Tasten auf der Klaviatur und mit Notennamen im richtigen Register. So lernen Kinder Noten nebenbei, beim Spielen.
Was ist das beste
Interface für Kinder
ohne gemeinsame Sprache?
Darum geht es hier im Kern. Nicht um ein Gerät, das man kaufen kann — sondern um eine Frage, auf die es noch keine gute Antwort gibt.
Jede Entscheidung an diesem Instrument ist ein Versuch, sie zu beantworten. Warum rund und nicht eckig? Warum ein Ring statt Knöpfen? Wie wenig Schrift genügt auf dem Bildschirm? Das sind keine Geschmacksfragen. Jede davon lässt sich am Nachmittag überprüfen — an Kindern, die es zum ersten Mal in der Hand haben.
Genau das tun wir in einer Langzeitstudie: Jede Erfahrung fließt direkt ins Interface ein und wird sofort wieder mit Kindern getestet. Möglich machen das Kooperationen mit dem Jugendclub Manege und der Gemeinschaftsunterkunft Sonnenallee — dieses und nächstes Jahr, mit Kindern, die noch keine gemeinsame Sprache sprechen.
Was dabei herauskommt, sollen keine Verkaufszahlen sein, sondern Erkenntnisse, die andere nachbauen können: welche Form verstanden wird, welche Rückmeldung trägt, welche Geste jeder sofort begreift.
Wer ein Instrument kauft, bekommt eine Anleitung: keinen Bauplan, keinen Blick ins Innere, keinen Zugang zum Code. TAMBUM geht den umgekehrten Weg. Es steht auf quelloffenen Bausteinen, sein Inneres lässt sich im Workshop öffnen und verstehen, und was die Jugendlichen beim Spielen zeigen, geht in die nächste Fassung.
Das schließt nicht aus, dass daraus später ein Konzept oder ein käufliches Gerät wird. Es legt fest, wie der Zugang von Anfang an aussieht: Wer in Hamburg oder Wien vor derselben Gruppe steht, soll nicht bei null anfangen und soll widersprechen können, wenn etwas nicht stimmt.
Ein Instrument, das erklärt werden muss, hat die Frage schon falsch beantwortet.
Was geprüft wird
Form, Rückmeldung, Zuordnung. Versteht ein Kind ohne Anleitung, was passiert, wenn es dreht?
Woran es sich messen lässt
Nicht daran, ob es beeindruckt — sondern ob vier Kinder, die sich nicht unterhalten können, gemeinsam etwas zustande bringen.
Was offen bleibt
Vieles. Ob die Form trägt, wenn die Gruppe größer wird. Ob es ohne Erwachsenen im Raum funktioniert. Ob es nach dem dritten Mal noch interessant ist.
Noch nicht zu kaufen.
Aber zu erleben.
TAMBUM ist ein Versuchsaufbau — es gibt nichts zu bestellen. Was es gibt: Vorführungen und Workshops, die wir mitbringen. Zusehen ist nicht vorgesehen: Es klingt ab dem ersten Anschlag, und nach zehn Minuten haben die ersten Kinder ihren eigenen Loop aufgenommen.
Und im Musikunterricht? Wer am Ring dreht, hört den Unterschied zwischen zwei Tonleitern, ohne ihre Namen zu kennen; wer eine Schicht dazulegt, verursacht Mehrstimmigkeit, bevor er das Wort dafür hat. Das ersetzt keinen Musikunterricht — es gibt ihm einen Gegenstand.
Was ein Termin kostet, steht unten bei der Anfrage — dort lässt sich die Anfahrt gleich mitrechnen, während ihr das Formular ausfüllt.
So kann ein Workshop aussehen
Zwei mögliche Abläufe — die Zeiten sind Richtwerte und werden an Stundenplan und Gruppe angepasst.
Die Lötübung — einen eigenen Sampler bauen — kommt auf Anfrage dazu. Sie braucht eineinhalb Stunden und tritt dann an die Stelle eines der Blöcke am Vormittag; welchen, sprechen wir vorher ab. Der Werkstatt-Tag kann einen AG-Tag ersetzen und wird als Ferienprogramm auf Wunsch auf eine ganze Woche ausgedehnt.
Mit bis zu drei TAMBUMs spielen zwölf Kinder gleichzeitig — dann entfällt das Durchwechseln fast ganz.
Nicht nur Musikunterricht
TAMBUM steht auf quelloffenen Bausteinen — fünf M5Stack Dials mit ESP32, programmiert in Arduino. Im Workshop lässt sich daran weiterbauen; für ältere Jugendliche wird dasselbe Gerät damit zum Gegenstand im Informatik- oder Technikunterricht.
Ein Rhythmus ist Bruchrechnung
Das Raster teilt einen Takt in sechzehn Schritte. Wer eine Schicht dazulegt, hört sofort, ob die Rechnung aufgeht.
Ein Modus ist eine Zustandsmaschine
Sechs Zustände, ein Umschalter. Den Begriff lernt die Gruppe, nachdem sie das Gerät bedient hat — nicht davor.
Ein Klang ist eine Wellenform
Drehgeber, Display, Mikrocontroller: Bauteile, die eine Schule nachkaufen kann und für die es Dokumentation gibt.
Eingestellt wird ohne Programmieren: Ein Bedienfeld regelt Tempo, Grooves, die Belegung der Menüs und die Grafiken der Displays — und schickt die Änderung auf alle fünf Geräte, über Kabel oder über Funk. Im Workshop ist das die Brücke zwischen Ausprobieren und Programmieren.
Drei Beispielworkshops zum Nachlesen
Dieselbe Technik, drei Zuschnitte — je nachdem, welches Fach den Tag trägt. Die Unterlagen zeigen einen möglichen Ablauf mit Zeiten, Übungen und Anschluss an den Unterricht. Sie sind ein Beispiel, kein festes Programm: Was tatsächlich stattfindet, sprechen wir vorher ab.
Die Unterlagen sind auf Deutsch. Der Quelltext von TAMBUM wird nicht herausgegeben — er ist Thema im Workshop und wird dort am Gerät in kleinen Übungen angepasst.
Aus der Werkstatt notiert.
Wie das Instrument entstanden ist, warum es so wenige Menüs hat und was zwei Jahre Werkstatt mit Kindern darüber gelehrt haben.
Fragen
und Antworten.
Die häufigsten Fragen zum Projekt — ehrlich beantwortet, gemessen und nicht geschätzt. Fehlt deine? schreib uns.
Was ist TAMBUM in einem Satz?
Ein elektronisches Ensemble-Instrument für vier Kinder gleichzeitig: vier Stimmen außen — Bass, Akkorde, Flächen, Melodie — und in der Mitte der Master, der Tempo, Tonart und Musikrichtung für alle führt. Man lernt daran, Beats und Musik zu bauen: Klang wählen, aufnehmen, Schicht auf Schicht legen, mischen. Nicht durch Unterricht, sondern dadurch, dass man sofort hört, was man gerade getan hat.
Für wen ist das gedacht?
Für Gruppen, die keine gemeinsame Sprache brauchen sollen: Kinder ohne musikalische Vorbildung, sprachlich gemischte Klassen, offene Jugendarbeit. Der härteste Test sind Kinder unter acht — es funktioniert aber genauso mit Jugendlichen und Fachpublikum.
Wie viele Kinder spielen gleichzeitig?
Vier an einem Tisch — jede Stimme gehört einer Hand. Bei Vorführungen sind bis zu drei Tische möglich, die Gruppe wechselt durch; so kommt in einem Workshop-Tag die ganze Klasse ans Instrument.
Kann man TAMBUM kaufen?
Nein — TAMBUM wird nicht verkauft. Buchbar ist die Vorführung mit uns: wir kommen, bauen auf und bleiben dabei. Sollte sich das einmal ändern, steht es zuerst im Newsletter.
Was kostet eine Vorführung?
Ein ganzer Werkstatt-Tag zu zweit kostet ab 1.290 €, ein halber Tag mit einer Person ab 490 € — jeweils zzgl. Anfahrt. Bei Trägern der Jugendhilfe entfällt die Umsatzsteuer, bei Schulen im planmäßigen Unterricht ebenfalls — dann ist das der Endpreis. Sonst kommen 19 % hinzu; wir klären das vor dem Angebot. Die Anfahrt folgt einer festen Formel, die offen im Anfrage-Formular steht. Es gibt keine versteckten Posten: Was im Angebot steht, ist verbindlich.
Ein ausgefülltes Formular genügt — du bekommst eine Kalkulation mit Honorar und Anfahrt, ohne Verbindlichkeit.
Was braucht der Raum?
Eine Steckdose, etwas Platz drumherum und Stühle — am besten im Kreis um das Instrument. Einen Tisch braucht es nicht, TAMBUM ist selbst einer. Puks, Lautsprecher und Rechner bringen wir mit und bauen eine Stunde vor Beginn auf. Internet wird nicht gebraucht — alles läuft vor Ort.
Was steht auf dem Tisch?
Fünf gekaufte Dreh-Displays mit rundem Bildschirm, per USB an einem Rechner. Der Sockel ist aus Metall, die Platte darauf aus Holzwerkstoff. Grundlage der Knöpfe ist der quelloffene M5Stack Dial. Der Prototyp ist gebaut und spielt. Was es noch nicht gibt, ist eine eigene Platine und ein bestückter Akku.
- Knöpfe
- 5 × M5Stack Dial · ESP32-S3
- Anzeige
- 240 × 240 px, rund
- Verbindung
- USB hat Vorrang, WLAN ist eingebaut
- Klangerzeugung
- Ableton Live auf einem MacBook
Wie schnell reagiert es?
Die Töne gehen direkt vom Knopf an die Klangerzeugung. Das Vermittlungsprogramm hört nur mit, um Aufnahmen mitzuschreiben — es sitzt nicht im Tonweg. Daher der niedrige Wert.
- Finger → Note
- 1,5 ms
- Bildrate
- 36–43 Bilder/s
- Musikrichtung wechseln
- Millisekunden
- Aussetzer im Ton
- keine
Welche Klänge stecken drin?
Acht Musikrichtungen, jede mit eigenem Tempo, eigenen Klängen und eigenen Effekten. Vier Schlagwerk-Spuren und vier Instrumente, jede Spur mit 64 Plätzen.
- Richtungen
- HipHop 90 · House 124 · Techno 132 · Ambient 70
- Trap 140 · Funk 110 · Reggae 75 · DnB 174
- Spuren
- 4 Schlagwerk + 4 Instrumente
- Klänge je Spur
- 64
Woher kommen die Bilder auf den Displays?
Jeder Klang hat sein eigenes Bild. Keines davon ist ein Video — alle sind gerechnet, Bild für Bild. Dieselben Bilder laufen oben auf dieser Seite.
- Bilder
- 64 in der Firmware
- Speicher
- ~600 KB Code statt mehrerer Megabyte Video
- Bei Ruhe
- steht das Bild still — Strom sparen
- Bei Berührung
- versetzen · ausweichen · verdichten
Was gibt es noch nicht?
Ehrlichkeitshalber, weil auf solchen Seiten sonst gern Pläne wie Wirklichkeit klingen. Gehäuse und Prototyp gibt es — das Instrument ist gebaut und spielt. Offen sind:
- Akku
- Ladekreis ab Werk vorhanden, nicht bestückt
- Loop-Spiel
- Ablauf steht, Spiel-Logik folgt
- Eigene Platine
- Plan für später
Vorführung anfragen.
Kein Vertrag, keine Verbindlichkeit — erst einmal nur die Frage, ob ein Termin passt.
- Erst verstehen: woher TAMBUM kommt, wie das Gerät aufgebaut ist, wie ein Beat entsteht und eine einfache Melodie
- Dann bauen: Beats in Vierergruppen — jede Gruppe nimmt ihren eigenen Loop auf
- Zum Abschluss eine kleine Performance für die Erwachsenen
- Aufbau, Betreuung während der ganzen Zeit, Abbau
- Bis zu drei TAMBUMs gleichzeitig — jeder ist für höchstens vier Kinder ausgelegt
- Auf Anfrage zusätzlich: einen eigenen Sampler bauen, mit kleiner Lötübung
Alle Preise zzgl. Anfahrt. Bei Trägern der Kinder- und Jugendhilfe entfällt die Umsatzsteuer (§ 4 Nr. 25 UStG), bei Schulen im planmäßigen Unterricht — etwa einer AG über ein Halbjahr (§ 4 Nr. 21 b UStG, Bestätigung der Schule). Dann ist der genannte Preis zugleich der Endpreis. Sonst kommen 19 % hinzu; wir klären das vor dem Angebot. Ein halber Tag kostet nicht die Hälfte: Fahrt, Aufbau und Abbau bleiben gleich, nur die Zeit mit der Gruppe ist kürzer. Für Schulen und Jugendeinrichtungen mit knappem Budget: frag trotzdem — für Feldstandorte, an denen wir forschen dürfen, gibt es andere Konditionen.
- Anfrage über das Formular hier — Einrichtung, Ort, Wunschtermin.
- Rückmeldung in der Regel innerhalb von zwei Werktagen, mit Angebot.
- Absprache zu Gruppengröße, Alter, Raum und Strom. Eine Steckdose und Stühle genügen — einen Tisch bringen wir mit.
- Termin — wir bauen eine Stunde vorher auf und bleiben die ganze Zeit dabei.
Wo wir mitbeobachten, kommt eine kurze Einwilligung für Foto- und Videoaufnahmen dazu — freiwillig, und die Vorführung geht auch ohne.
Der TAMBUM-Newsletter.
Etwa einmal im Monat, und nur wenn es wirklich etwas gibt: neue Vorführungstermine, Fortschritt am Instrument, Ergebnisse aus dem Klassenraum — und die Nachricht, wenn TAMBUM tatsächlich zu kaufen ist.
Kein Weiterverkauf der Adresse, keine Werbung Dritter, Abmeldung mit einem Klick in jeder Mail.
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